Geschichte
Die Geschichte des Hauses & Koloman
Der Stadtheurige Koloman ist am westlichen Eingang zur Stadt Melk gelegen. Er befindet sich außerhalb der historischen Stadtmauern, die Ende des 15. Jahrhunderts errichtet wurden. Der westlich dem Markt Melk vorgelagerte Ortsteil war der „Obere Markt“, den man auch als „Hafnergasse“ oder „Galgendörfl“ bezeichnete. Wie der Name Hafnergasse sich wohl mit einem hier angesiedeltem Gewerbebetrieb in Verbindung bringen läßt, so ergibt sich „Galgendörfl“ aus der Lage am Weg zum ehemaligen Galgen, der sich erhöht über der Strasse nach Pöchlarn - nur wenig entfernt von der heutigen Ortstafel Melk.- befand.
Der Stadtheurige hat seinen Ursprung in einer Brauerei, dessen Geschichte wohl zumindest in das 16. Jahrhundert zurückreicht. So vermerkt eine links des Eingangs eingemauerte Gedenktafel, dass ein am 15. Februar 1548 vom Haus des Brauers Leonhard Halbing ausgegangenes Feuer Melk bis auf sechs Häuser einäscherte. Der Brauer mußte Schadenersatz leisten, der ihn in den Ruin führte und schließlich das Weite suchen ließ. Als Melk durch die protestantischen oberösterreichischen Stände am 6. Dezember 1619 belagert wurde, schoß die hinter der Brauerei postierte Artillerie auf Stadt und Stift. 1679 führte ein Pesttoter in der Scheune des Brauers dazu, dass die Tore des Marktes für Jahre geschlossen blieben. 1683 gelobte der Brauer Philipp Mehringer, dass er samt seinen Knechten zur Zeit der Türkenbedrohung solang ausharren werde als der Abt im Stift bliebe.
Die Geschichte des Braubetriebes blieb wechselvoll. Im Sommer 1847 floh der Brauer Ludwig Bezler wegen hoher Schulden. Der Betrieb wurde schließlich versteigert und gelangte 1848 im Wege einer Versteigerung an Anton Prinzl, der die heruntergekommene Brauerei erneuerte und ausbaute. Gelegen kam die Errichtung der Kaiserin Elisabeth Bahn, der heutigen Westbahn, die den Absatz kräftig ankurbelte. Der Betrieb wurde erweitert, Lagerhallen, die mit Natureis gekühlt wurden, entstanden am Wachtberg und die Brauerei wurde in eine Dampfbrauerei umgestaltet.
Als Anton Prinzl 1872 starb befand sich die Brauerei an ihrem Höhepunkt und war der modernste Betrieb Melks, das Bier war hochgeschätzt und wurde sogar nach Bayern exportiert. Erzeugt wurde obergäriges Bier, im Unterschied zum heute gängigen untergärigem Bier wie dem Märzen, das eine höhere Haltbarkeit und Lagerfähigkeit aufweist.
Die Brauerei wurde von der Witwe und den Kindern (A. Prinzl`s Erben) erfolgreich fortgeführt.
1905 kaufte schließlich die Wieselburger Aktienbrauerei den Betrieb, um diesen bald danach stillzulegen. Große Teile der Brauerei wie die Darre, der Speicher, die Malztenne und der Turm werden in der Folge abgebrochen. Durch das Braugasthaus, dessen äußere Erscheinung auf die Zeit um 1840 zurückreicht und in der Gebäudesubstanz auf das 16. Jahrhundert verweist, blieb die Erinnerung an die Bierproduktion aufrecht. Der Gastgarten war bis vor kurzem noch im Eigentum der Wieselburger Brauerei.
Mit Rupert Zeller übernimmt nun der Wein die Oberhand über dem immer noch gepflegt servierten Bier. Wachauer Weine vom Südufer der Donau zeugen von der Zugehörigkeit zu einer der schönsten Flusslandschaften Europas, die im Jahr 2000 von der UNESCO zum Weltkultur- und naturerbe erhoben wurde. Und dass Melks einziges Naturdenkmal ein über 300 Jahre alter Weinstock ist, zeigt, dass Weingenuss hier lange Tradition hat.

